Fragen rund um das Thema Aufstiegsgenehmigung

Zu diesem Thema gibt es immer wieder Diskussionen in den einschlägigen Foren und sozialen Netzwerken. Vor allem die Fragen "Brauche ich eine Aufstiegsgenehmigung?" und "Was brauche ich, um eine Aufstiegsgenehmigung zu beantragen?" werden meist widersprüchlich beantwortet. Ich möchte versuchen ein wenig Klarheit in dieses Thema zu bringen.

Wer stellt eine Aufstiegsgenehmigung aus?

Die Aufstiegsgenehmigungen werden von den jeweiligen Landesbehörden ausgestellt und sind nur für das entsprechende Bundesland gültig. Wer in mehreren Bundesländern fliegen möchte, muss also auch mehrere Aufstiegsgenehmigungen einholen. Einige Bundesländer vereinfachen die Sache, indem sie Aufstiegsgenehmigungen anderer Bundesländer anerkennen, so dass der gesamte Antrag nicht nocheinmal ausgefüllt werden muss.

Wie lange gilt eine Aufstiegsgenehmigung?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Einige erteilen die Genehmigung für zwei Jahre, andere zunächst für ein Jahr und die Verlängerungen dann für zwei Jahre. In Hamburg und Berlin gibt keine länger gültige Aufstiegsgenehmigung, sondern nur eine an den Flugauftrag gebundene eintägige Aufstiegsgenehmigung, die sogenannte Einzelaufstiegsgenehmigung. Das bedeutet, das hier jeder Flug einzeln genehmigt werden muss. Das gilt sowohl für Privatflüge, als auch Flüge mit kommerziellem Hintergrund. 

Wie hoch sind die Kosten?

Auch das ist unterschiedlich geregelt und geht von rund 100 Euro bis etwa 200 Euro, je nach Bundesland und Gültigkeit der Aufstiegsgenehmigung. Einzelaufstiegsgenehmigungen in Hamburg und Berlin kosten rund 50 Euro pro Antrag. 

Gibt es eine Situation in der ich auf jeden Fall eine Aufstiegsgenehmigung benötige?

Ja, die gibt es. Immer dann wenn ein Multicopter schwerer ist als 5000 Gramm und ich ihn außerhalb eines Modellflugplatzes fliegen möchte, benötige ich eine Einzelaufstiegsgenehmigung. Dabei ist es unerheblich, ob der Copter privat oder gewerblich geflogen wird. Die 5000 Gramm beziehen sich auf das Abfluggewicht inklusive Akku, Kamera und allen Zubehörteilen, die mitfliegen.

Benötige ich eine Aufstiegsgenehmigung, wenn ich den Copter nur in meiner Freizeit privat fliege?

So lange der Copter die Gewichtsgrenze von 5000 Gramm nicht übersteigt, ist bei privaten Flügen in der Freizeit keine Aufstiegsgenehmigung erforderlich.

Kann ich mit dem Copter Luftaufnahmen machen, ohne dafür eine Aufstiegsgenehmigung zu benötigen?

Im Prinzip ja, so lange der Copter unter 5000 Gramm wiegt. Allerdings gibt es Landesbehörden – beispielsweise Rheinland-Pfalz – die der Ansicht sind, dass Fotoflüge immer gewerblich sind und daher eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich ist. Diese Auffassung widerspricht allerdinge dem Bundesrecht und der Ansicht der übrigen Landesbehörden. So lange es nicht zu einem Präzidenzfall mit richterlichem Urteil kommt ist daher die Situation unklar.

Benötige ich eine Aufstiegsgenehmigung wenn ich gewerblich fliegen möchte?

Ja, für die gewerbliche Nutzung des Copters ist in jedem Fall eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich, auch wenn der Copter unter 5000 Gramm wiegt.

Wo ist die Abgrenzung zwischen gewerblichen und privaten Flügen?

Sobald man mit seinen Flügen Einnahmen erzielen möchte, gilt ein Flug als gewerblich. Dabei ist es unerheblich, in welcher Höhe und welchem Umfang die Einnahmem erzielt werden sollen. Das Steuerrecht hat hier keinen Einfluss. Also auch wenn man unter bestimmten Einkommensgrenzen bleibt, gelten die Flüge als gewerblich.

Kann ich meine Aufnahmen auf YouTube veröffentlichen ohne damit gewerblich zu sein?

Hierüber gehen die Meinungen auseinander. Klar ist, wenn man bei YouTube die Monetarisierung NICHT aktiviert, werden keine Einnahmen erzielt, so dass keine gewerblich Absicht vorliegt. Aktiviert man die Monetarisierung, so ist es durchaus möglich, dass hierin eine gewerbliche Absicht gesehen wird und damit eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich wird. Bisher ist hierzu allerdings noch kein rechtsgültiges Urteil gesprochen worden, so dass dies eine gewisse Grauzone ist. Wer aber ruhigen Gewissens seine Videos monetarisieren möchte, sollte sich eine Aufstiegsgenehmigung holen und ist damit auf der sicheren Seite. Sind die Videos gut, so hat man die Kosten nach kurzer Zeit wieder eingespielt. 

Kann ich die Aufnahmen auf meiner privaten Homepage veröffentlichen?

Ja, das ist kein Problem, so lange mit der Homepage keine Einnahmen erzielt werden. Hier reicht es schon, wenn Google-Adsense aktiviert ist und über die Werbung Einnahmen erzielt werden.

Kann ich die Aufnahmen an einen Verein, die Gemeinde oder einen kleinen Betrieb verschenken?

Ja natürlich dürfen die Aufnahmen verschenkt werden, allerdings ist auch in diesem Fall eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich. Sobald die Aufnahmen kommerziell genutzt werden, ist diese erforderlich, dabei spielt es keine Rolle, ob die Aufnahmen verkauft oder verschenkt werden. Der Gesetzgeber schließt damit ein Hintertürchen und will verhindern, dass die Aufnahmen generell verschenkt werden und statt dessen andere Leistungen teurer berechnet werden – mit dem Ziel sich vor eine Aufstiegsgenehmigung zu drücken. 

Benötige ich eine Schulung, um eine Aufstiegsgenehmigung zu beantragen?

Nein, eine Schulung ist nicht erforderlich. Wenn der Antragsteller der Behörde glaubhaft nachweisen kann, dass er sowohl die rechtlichen Aspekte kennt, als auch einen Copter sicher fliegen kann, ist eine solche Schulung nicht erforderlich. Einige Landesbehörden verlangen inzwischen allerdings einen unabhängigen Befähigungsnachweis. Dieser kann durch einen Modellflugverein, den Verkäufer oder eine entsprechende Schulung nachgewiesen werden. 

Gibt es einen Copter-Führerschein?

Nein, zur Zeit gibt es keinen Copter-Führerschein. Wer Schulungen anbietet, wird nicht von der Behörde geprüft, ob er das erforderliche Wissen und Können hat. Zur Zeit gibt es zahlreiche Anbieter, die versuchen mit solchen Copter-Führerscheinen, die "schnelle Mark" zu machen. Von solchen Angeboten distanziere ich mich. Wer bei mir das Copter-College besucht, wird umfassend und ausführlich in allen Bereichen rund um das Thema Copter geschult. Dazu gehören alle wichtigen Rechtsfragen, Antragswesen, Technik und natürlich auch das praktische Fliegen. Mein Schulungsprogramm ist in enger Zusammenarbeit mit den Luftfahrbehörden in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen zusammengestellt worden. Ich nehme meine Aufgabe sehr ernst und bin mir meiner Verantwortung bewusst. Aus diesem Grund wird das von mir ausgestellte Zertifikat von den Behörden als Befähigungsnachweis anerkannt.

 

 


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