Anfang November 2015 machte die Nachricht die Runde, dass Verkehrsminister Dobrindt die Einführung eines Drohnen-Führerscheins plane. Alle wichtigen Medien berichteten darüber, hier ein Ausriss aus der Bild am Sonntag.

In den Tagen nach der Ankündigung habe ich zahlreiche Anfragen bekommen, was sich denn nun ändern würde. Die einfache Antwort: Nichts! Ja es gibt Pläne zu einem Führerschein für Piloten von Multicoptern – allgemein auch als Drohnen-Führerschein bezeichnet. Wie die aber konkret aussehen, steht zur Zeit noch nicht fest. Bei Gesprächen mit den Landesluftfahrtbehörden Schleswig-Holstein und Niedersachsen zeigte sich, dass die Behörden noch keine konkreten Informationen haben, wie die Pläne aussehen. Die Rede ist davon, dass der Führerschein nur für gewerbliche Piloten eingeführt werden soll. Andere Quellen sagen, dass der Führerschein für alle Piloten eingeführt werden soll, die Copter über 500 Gramm Abfluggewicht fliegen. Ein weiterer Punkt: Die maximale Flughöhe soll für alle Piloten auf 100 Meter begrenzt werden. Bisher galt diese nur für gewerbliche Piloten, Freizeit- und Hobbyflieger können bislang 300 Meter, beziehungsweise rund 750 Meter hoch fliegen – bis an die Untergrenze des Luftraums "E". Ob die Begrenzung auch für Modellflughäfen gelten soll, ist nicht klar. Wäre das der Fall, würde dies eine starke Einschränkung für die Freizeit-Piloten bedeuten. Dies ist auch ein Grund dafür, dass der Deutsche Modellflieger Verband e.V. (DMFV) eine Presseerklärung zu dem Thema herausgegeben hat. Hier der Link zu der Mitteilung:

http://www.dmfv.aero/presse/fachlich-unausgegoren-und-praxisfremd/

Ein weiterer Punkt wird ebenfalls diskutiert: Die Kennzeichnung der Copter. Wie die aussehen soll, steht jedoch nicht in den Plänen von Dobrindt. Hier stellt sich die Frage, ob es eine reine Kennzeichnungspflicht – ähnlich wie bei Mofas – ist oder ob der Einbau von Transpondern gefordert wird. Letzteres halte ich für wenig realistisch, da es zur Zeit keine handelsüblichen Transponder gibt, mit entsprechend geringer Größe. Daher gehe ich davon aus, dass die Copter-Piloten von den Haftpflichtversicherungen entsprechende Kennzeichen (Aufkleber) bekommen. Damit soll sichergestellt werden, dass Copter, mit denen Unfälle verursacht wurden, dem Besitzer klar zugeordnet werden können. Allerdings: Wer Unfug machen will, kann das natürlich auch ohne Versicherung und ohne Kennzeichen. Erst wenn direkt beim Kauf des Copters eine Kennzeichnung zur Pflicht wird, ähnlich wie beim Autokauf, wäre eine nahezu lückenlose Überwachung möglich.

Die im Artikel genannte Einschränkungen hinsichtlich Flügen über Industrieanlagen, Justizvollzuganstalten, militärischen Anlagen, Unglückorten und Katastrophengebieten gelten im ürigen bereits jetzt schon. Gleiches gilt für Überflugverbote von Kraftwerken, Autobahnen, Flughäfen und Eisenbahnlinien. Dies würde also keine Änderung der bereits jetzt geltenden Vorschriften bedeuten.

Wie geht es weiter? Bislang ist keine Änderung der aktuellen Rechtslage erkennbar. Das bedeutet, es gibt weiterhin die Unterscheidung zwischen Privat-/Hobby-Piloten und gewerblichen Fliegern. Es bleibt bei der maximalen Flughöhe von 100 Metern für gewerbliche Piloten und der Pflicht eine Aufstiegsgenehmigung zu haben. Diese wird nach wie vor pro Bundesland ausgestellt. Die Gewichtsgrenze liegt wie gewohnt bei 5 Kilogramm, ab dann ist eine Einzelaufstiegsgenehmigung erforderlich – sowohl für Hobby-Piloten als auch gewerbliche Copter-Piloten. Natürlich müssen sich alle an das Flugrecht halten und bei Veröffentlichung der Aufnahmen das Medien- und Datenschutzrecht beachten. 

Sollte es Änderungen geben, werde ich an dieser Stelle darüber berichten. Sollte ein Führerschein eingeführt werden, werden wir – das Copter-College – schnellst möglich die erforderlichen Zertifikate beantragen, um qualifizierte Schulungen machen zu können. Bis dahin setzen wir unsere Schulungen im gewohnten Umfang fort. In den meisten Bundesländern werden unsere Schulungszertifikate als Befähigungsnachweis anerkannt und können beim Antrag auf eine Aufstiegsgenehmigung eingereicht werden.

 

 

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