Nur wenige Monate nach dem Launch des Inspire 1 legt DJI nach: Mit dem Phantom 3 bringt der Marktführer Anfang 2015 in Sachen Multicopter den Nachfolger des beliebten Phantom 2 auf den Markt. Den 3er gibt es in den Varianten Professionell und Advanced sowie 4k und Standard. Die Zielgruppe sind ambitionierte Hobbypiloten.

DJI Phantom 3

Seit April 2015 steht der Phantom 3 in den Verakaufsregalen der Händler. Die beiden ersten Modelle waren der Professional und der Advanced. Neben einigen weiteren kleinen Unterschieden ist der Hauptunterschie die Kamera: Während der Advanced maximal mit 2,7k aufnimmt – 2704 x 1520 Bildpunkte – speichert die Professional Videos auch in 4k – wahlweise mit 4096 x 2160 oder 3840 x 2160 Bildunkten.

Im Herbst 2015 folgten dann zwei weitere Modelle des Phantom 3: der Standard und wenig später der 4k. Beide Copter sind deutlich preisgünstiger als die beiden Top-Modelle (siehe Preisliste). Hierfür muss der Pilot auf drei wichtige Punkte verzichten. Während der Advanced und der Professionel das Bild- und Steuersignal per moderner Lightbridge übertragen, bleibt es beim Standard und 4k bei einer Übertragung per WLAN. Hier wird im Prinzip das gleiche Verfahren verwendet, wie beim Vorgängermödell Phantom 2. Das heißt: Die Reichweite ist auf etwa 500 Meter beschränkt. Eigentlich reicht dies, denn weiter kann man den Copter sowieso nicht fliegen, ohne ihn aus den Augen zu verlieren. Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland, den Copter jederzeit ohne weitere Hilfsmittel sehen zu können. Beim Advanced und Professionel wird dank Lightbridge eine Reichweite von etwa 2000 Metern erreicht.

Ein weiterer Unterschied ist der GPS-Empfänger. Während der Standard und die 4k wie beim Phantom 2 nur auf die Signale des Standard-GPS-Systems zurückgreifen, erkennen der Advanced und Professionel auch die Satelliten des russischen GONASS-Systems. Der Vorteil: Es werden mehr Satelliten gefunden, was zu einer erhöhten Positionsgenauigkeit führt und beim Start des Copters werden schneller die erforderliche Zahl von sieben Satelliten gefunden. Das auch, in schwierigen Empfangslagen, wie innerhalb von Städten.

Ein dritter Unterschied sind die Fernsteuerungen. Die Funke der beiden Top-Modelle sieht nahezu gleich aus, wie die des Inspire 1. Sie ist lediglich etwas weniger robust und statt aus Aluminium aus Kunststoff und natürlich fehlt der Hebel, mit dem das Landegestell des Inspire 1 hoch- und runtergefahren werden kann. Außerdem fehlt der HDMI-Ausgang den die Fernsteuerung des Inspire 1 hat. Wer möchte, kann diesen Ausgang mit einem entsprechenden Modul schnell und einfach nachgerüstet werden. Bei Advanced und Professional wird das Smartphone oder der tablet-PC per USB-Kable mit der Funke verbunden. Erforderlich sind hier leistungestarke Geräte wir das iPad Air 1 / 2 oder iPad Mini 2 / 3 / 4 oder unter Android das Samsung Tab S2 in der 8"- oder 9,7"-Variante.

Die Fernsteueung des Standard und 4k sind einfacher und sehen aus, wie die Funke des Phantom 2. Auch hier fehlt der HDMI-Ausgang, der allerdings nicht nachgerüstet werden kann. Das Smartphone wird hier nicht per Kabel angeschlossen, sondern über WLAN mit der Fernsteuerung verbunden. Insgesamt wird die Fernsteuerung etwas einfacher und weniger wertig. 

Der Phantom 3

Der Phantom 3 sieht dem Vorgängermodell sehr ähnlich. Lediglich das Landegestell ist minimal breiter und höher. Ein schmerzlicher Unterschied zum Vorgängermodell: Die Akkus. Zwar sehen die Phantom 3-Akkus genauso aus, wie die Phantom 2-Akkus, verwendet können sie aber nicht. Der Grund: Der Phantom 3 arbeitet mit 4S-Akkus (14,8 Volt) und der Phantom 2 mit 3S-Akkus (11,1 Volt). Wer von einem P2 auf einen P3 aufsteigt, muss die Akkus also neu kaufen. Beim Gewicht hat der P3 nur minimal zugelegt und bringt nun 1280 Gramm auf die Waage. Damit eignet er sich immer noch hervorragend als "Mitnehm-Copter" auf Wanderungen. DJI bietet hierfür einen praltischen Hartschalen-Rucksack an.

Die Kamera

Die Kamera der Phantom 3 gibt es in zwei Varianten:

– Phantom 3 Professional / 4k

– Phantom 3 Advanced / Standard

Allen gemeinsam ist die Brennweite von 20 Millimetern – bezogen auf das 35mm Kleinbildformat –, dies entspricht einem Bildwinkel (FOV = Field of Vision) von 94 Grad. Die Kamera nimmt ein unverzerrtes Bild auf, es gibt also keinen Fischaugen-Effekt mehr. In der Kamera arbeitet ein Sony Exmor 1/2,3"-Sensor mit einer Auflösung von 12,4 Megapixeln. Einzige Ausnahme ist die Standard, die mit einem etwas einfacheren 12 Megapixel-Sensor ausgestattet ist. Die maximale Auflösung für Fotos beträgt bei allen Modellen 4000 x 3000 Bildpunkte. Mit allen Modellen lassen sich Fotos sowohl im JPEG- als auch RAW-Format speicher.

Bei der maximalen Videoauflösung bieten die Advanced und die Standard 2,7k – 2704 x 1520 Bildpunkte – und die Professional und die 4k eine Auflösung von 4k – 4096 x 2160 Bildpunkte. Neben der unterschiedlichen Auflösung gibt es auch Unterschiede bei der Datenrate: Die 2,7k-Varianten haben eine maximale Datenrate von 40 Megabit/Sekunde (Mbps), die beiden 4k-Modelle nehmen mit maximal 60 Mbps auf. Bei den Bildwiederholraten gibt es die üblichen Einstellungen 24 / 25 / 30 / 48 / 50 / 60 Bilder pro Sekunde (fps = Frames per Second). Wobei 4k mit maximal 30 fps aufgenommen werden kann.

Gesteuert werden die Kameraeinstellungen per App DJI GO (kostenlos für iOS und Android). Damit lassen sich die ISO-Empfindlichkeit (100 bis 3200) und die Belichtungszeit (8 Sekunden bis 1/8000 Sekunde) bequem jederzeit einstellen. Die Blende kann nicht eingestellt werden, da die Kamera mit einer festen Blende von f2.8 arbeitet. Gewählt werden kann zwischen drei Belichtungsprogrammen, Auto, S (Zeitvorwahl) und M (Manuelle Einstellung). Zusätzlich lassen sich der Weißabgleich, der Stil und die Farbe einstellen. 

Weitere Funktionen

Neben den zahlreichen Kamera-Einstellungen können über die DJI GO-App zahlreiche Einstellungen des Copters vorgenommen werden. Dies sind unter anderem die Return-to-Home-Höhe (RTH) sowie die Gain- und Expo-Werte. Die Funktionen der App und des Copters werden ständig weiterentwickelt. So sind nun Waypoint-Flüge möglich, die intelligenten Flugmodi Home- und Course-Lock stehen zur Verfügung sowie Point-of-Interest-Flüge (POI) und die Funktion Follow me. Diese funktionier allerdings nur, wenn man ein Smartphone oder Tablet verwendet mit einem eingebauten GPS-Empfänger. Denn – anders als die Fernsteuerung des Inspire 1 – in die Funke der Phantom drei ist kein GPS-Empfänger eingebaut.

Meine Fazit

Bei der Phantom 3 muss man zwischen den Modellen Advanced und Professional  sowie Standard und 4k klar unterscheiden. Die beiden letzt genannten sind – etwas übertrieben gesagt – bessere Phantom 2-Modelle. Klar die Kamera ist besser, zeigt keine Verzerrungen, aber die eingesetzte Technik – GPS und Bildübertragung – entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Wer sich damit abfindetn kann, bekommt mit den beiden Modellen zwei günstige Copter,  mit vernünftiger Ausstattung.

Wer allerdings mehr Komfort haben möchte, moderne Technik und die zur Zeit best mögliche Bildübertragung in dieser Klasse sucht, der sollte die Advanced oder Professional kaufen. Das beste Preis-Leisungs-Verhältnis bietet dabei die Advanced. Wer auf 4k verzichten kann, bekommt mit dem Advanced einen top ausgestatteten Copter mit großem Potential. Zahreiche Zusatz-Apps wie Litchi, Autopilot, Pix4D und DronePan bieten viele Einsatzmöglichkeiten. Kein anderer Copter auf dem Markt ist gleichzeitig so kompakt und vielseitig einsetzbar. Allerdings: Wer all dies nutzen möchte, muss sich intensiv mit dem Phantom 3 und den dazugehörigen Apps beschäftigen.

Die Unterschiede der Phantom 3-Modelle in der Übersicht:

  P3 Professional P3 Advanced P3 4k P3 Standard
Lightbridge-Technik ja ja nein nein
4k-Videoaufnahme (60 Mbps) ja nein ja nein
2,7k-Videoaufnahme (40 Mbps) ja ja ja ja
GPS und GLONASS ja ja nein nein
Visual Positioning System ja ja nein nein
Fernsteuerung mit HDMI-Ausgang nein (nachrüstbar) nein (nachrüstbar nein nein
100 Watt Ladegerät ja nein nein nein
Intelligenti Flugmodi (Waypoint, Home-/Course-Lock, POI) ja ja ja ja
Sony-Sensor ja ja ja nein

 

Vergleich zwischen DJI Phantom 3 Professional und DJI Inspire 1

Immer wieder taucht die Frage auf: Reicht nicht auch ein Phantom 3, brauche ich wirklich den teuren Inspire 1? Hier kommt es darauf an, was man mit dem Copter machen möchte. Zwei wesentliche Vorteile hat der Inspire 1: Wechselbare Kameras und ein Gimbal der sich +/- 330 Grad um die YAW-Achse (Hochachse) drehen lässt. Außerdem bietet er die Möglichkeite der  Zwei-Mann-Fernsteuerung. All das macht den Inspire 1 zu einem professionellen Arbeitsgerät. Hier die Unterschiede im Überblick. 

 

DJI Phantom 3 Professional

 

DJI Inspire 1

Kamera 1/2.3" Sony EXMOR-Sensor mit 14 Megapixel   1/2,3" Sony EXMOR-Sensor mit 14 Megapixel
Kamera mit Gimbal wechselbar Nein   Ja
Videoformate Professional: 4k / Full-HD – Advanced: Full-HD   4k / Full-HD
Maximale Datenrate 60 Mbps   60 Mbps
Datenübertragung / Fernsteuerung Digital per Lightbridge-Technologie    Digital per Lightbridge-Technologie
Master-/Slave-Betrieb Nein   Ja
HDMI-Ausgang an der Fernsteuerung Nein (nachrüstbar)   Ja
Gimbal Pan (Yaw): 0º – Pitch: -90º bis +30º   Pan (Yaw): +/- 320º – Pitch: -90º bis +30º
Wechselbare Kamera Nein   Ja
Einzieh-Landegestell Nein   Ja
Maximale Geschwindigkeit (Atti) 16 m/s (57,6 km/h)   22 m/s (79,2 km/h)
Maximale Reichweite 2000 Meter   2000 Meter
Maximale Flugzeit 23 Minuten   18 Minuten
Abfluggewicht 1280 Gramm   2935 Gramm
Waypoint-Fliegen Ja   Ja

 

Fotos. DJI Global

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