Mit dem Q500 will Yuneec DJI Konkurrenz machen. Der RTF-Copter soll zu einem ähnlichen Erfolg werden, wie die Phantom-Reihe von DJI. Zur Zeit dominiert DJI mit ihrer Phantom-Reihe den RTF-Copter-Markt. RTF steht für Ready-to-Fly (Fertig zum Fliegen) und bedeutet, dass der Copter quasi sofort nach dem Auspacken startbereit ist. Es sind vor allem die Modelle Phantom 2 mit H3-3D-Gimbal und GoPro-Kamera sowie der Phantom 2 Vision + (plus), die von vielen Piloten geflogen werden. Immer wieder haben andere Hersteller versucht DJI Konkurrenz zu machen. Bisher ist das allerdings kaum gelungen. Es gibt zwar Alternativen, die verkaufen sich allerdings nur in recht geringen Stückzahlen. Nun versucht der Hersteller Yuneec mit dem Q500 DJI Konkurrenz zu machen. Die Eckdaten sehen dabei schon recht gut aus. Mein Test zeigt, wie gut der Q500 tatsächlich ist und welche Unterschiede es zum Phantom 2 Vision + (plus) gibt.

Größe und Gewicht des Q500

Der Q500 ist wie die Phantom ein Quadrocopter – das heißt er wird von vier Motoren angetrieben. Der Q500 ist dabei etwas breiter. Der Motorenabstand beträgt rund 36 Zentimeter im Vergleich zu 24 Zentimeter beim Phantom. Durch den größeren Abstand können daher die Propeller auch größer sein. Während beim Phantom 9,5-Zoll-Propellern für den Auftrieb sorgen, sind es beim Q500 13-Zoll-Propeller – in Zentimeter ausgedrückt sind das rund 9 Zentimeter mehr beim Yuneec. Der Vorteil: Der Q500 liegt zum einen durch den größeren Motorabstand ruhiger in der Luft und die Propeller haben beim Q500 eine etwas geringere Drehzahl, was ihn leiser macht. Insgesamt ist das Fluggeräusch des Q500 meiner Meinung nach etwas angenehmer, da die Frequenz etwas niedriger ist. Die Phantom hört sich eher wie ein Wespenschwarm an, während die Q500 eher einer Hummel gleicht – um einen Vergleich aus dem Tierreich heranzuziehen. Durch den etwas größeren Abstand der Propeller ist der Q500 natürlich insgesamt etwas größer und damit auch schwerer. Während die Phantom 2 Vision + (plus) inklusive Akku rund 1254 Gramm auf die Waage bringt, sind es beim Q500 1741 Gramm, also rund 500 Gramm mehr. 

Die Akkus des Q500

Beide Copter werden mit Lithium-Polymer-Akkus, auch kurz LiPos betrieben. Beide Hersteller setzen dabei auf spezielle Akkutypen, die nicht handelsüblich sind. Zum Einsatz kommen jeweils Akkus mit drei Zellen (3C), wobei sie im Q500 5400 mAh haben und im Phantom 2 5200 mAh. Allerdings gibt es seit kurzem auch Ersatzakkus für die Phantom mit einer erhöhten Kapazität von ebenfalls 5400 mAh. Je höher dieser Wert, um so länger kann der Copter in der Luft bleiben. Vergleichbar ist das mit dem Benzintank eines Autos.

Da es Spezialakkus sind, gibt es von den Herstellern entsprechende Landegeräte, die genau auf den Akku zugeschnitten sind. Der Nachteil: Das Aufladen eines leeren Akkus dauert bei beiden Herstellern jeweils knapp zwei Stunden. Beim Q500 kann man diese Zeit jedoch verkürzen, indem man ein Standard-Ladegerät verwendet und den Akku per Adapterkabel anschließt. Dazu ist ein Kabel mit einem EC3-Stecker erforderlich. Dann verkürzt sich die Ladezeit auf rund 50 Minuten. Dieser Trick ist beim Phantom 2 nicht möglich, da sich im Akku eine spezielle Elektronik befindet, die den Anschluss an ein Standard-Ladegerät verhindert.

Das für den Yuneec-Akku passende Kabel gibt es HIER.

Zusätzlich ist ein Ladegerät erforderlich, wie beispielsweise dieses HIER.

Die Einstellungen am Ladegerät müssen dann auf LiPo 3S gestellt werden. Der Ladestrom sollte dann auf 5,4 A gestellt werden. In Kürze folgt hierzu ein Video.

Die Kamera

Der Q500 ist wie die Phantom 2 Vision + (plus) mit einer eingebauten Kamera ausgestattet. Die Kamera ist bei beiden Modellen an einem 3D-Gimbal befestigt. Ein Gimbal sorgt dafür, dass die Kamera auch dann ruhig in der Luft steht, wenn der Copter durch Steuerbewegungen oder Wind unruhig in der Luft steht. Stabilisiert wird die Kamera dabei in drei Achsen: Der Neigung nach oben und unten, der Waagrechten und der Drehachse. Die Bezeichnung der Achsen heißt dabei Nick, Roll und Gier oder auf Englisch Pitch, Roll und Yaw. Bei beiden Coptern kann die Nick-Achse über die Fernbedienung gesteuert werden und die Kamera so während des Fluges nach oben und unten über einen Winkel von rund 90 Grad geschwenkt werden.

In beiden Kameras arbeitet ein 16-Megapixel-Sensor. Allerdings nutzt die Kamera der Q500 zur Zeit (Januar 2015) davon nur 12 Megapixel, da Fotos im 16:9-Format mit einer Auflösung von 2592 x 4608 Pixeln aufgenommen werden. Die Fotos können ausschließlich im JPEG-Format gespeichert werden. Bei der Phantom 2 Vision + (plus) werden Fotos mit 16 Megapixeln im Format 4 : 3 aufgenommen und können sowohl im JPEG-, als auch RAW-Format gespeichert werden. Das RAW-Format hat den Vorteil, dass die Dateien mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Lightroom und Photoshop präziser und umfangreicher korrigiert werden können. Bei beiden Kameras ist der sogenannte Fischaugen-Effekt vorhanden, der zu einer Krümmung des Horizonts führt, wenn dieser nicht exakt durch die Mitte des Bildes verläuft.

Beide Kameras zeichnen Videos im Full-HD-Format mit 1920 x 1080 Bildpunkten auf. Beim Q500 stehen dabei Bildwiederholraten von 48p, 50p und 60p zur Verfügung. Die Phantom zeichnet entweder in 60i oder 30p auf. Außerdem stehen noch geringere Videoauflösungen zur Wahl. Bei beiden Kameras werden Fotos und Videos auf Micro-SD-Karten gespeichert, wobei Kapazitäten bis 128 GB beim Q500 verwendet werden können.  

Die Fernsteuerung

Die Fernsteuerungen des Q500 und der Phantom 2 Vision + (plus) unterscheiden sich schon auf den ersten Blick. Die Yuneec-Funke hat neben den Steuerknüppeln, einigen Tasten, Schaltern und Drehrädern einen eingebauten Monitor. Der befindet sich etwas unterhalb der Steuerung. Darauf werden nicht nur die Flugdaten, wie Flughöhe, -geschwindigkeit, Entfernung, Anzahl der Satelliten sowie der Akkustand angezeigt, sondern auch das Bild, das die Kamera am Copter aufnimmt. Diese Funktion wird FPV (First Person View) genannt. Der Kontrollmonitor ist mit Touchscreentechnik ausgestattet, so dass die Navigation in den Menüs bequem per Fingerzeig funktioniert. Vorteil des Q500: Ich benötige kein zusätzliches Smartphone oder Tablet, um fliegen zu können. 

Ein weiterer Unterschied zur Phantom-Funke: Die Fernsteuerung der Q500 verfügt über einen eingebauten Satelliten-Empfänger. Das ermöglicht dem Piloten den sogenannten Follow-Me-Modus zu nutzen, bei dem der Copter dem Piloten folgt, wenn der seinen Standort verändert. Mehr dazu im Abschnitt "Fragen & Antworten".

Genau das ist beim DJI Phantom 2 Vision + (plus) notwendig. Die etwas kompaktere Fernsteuerung ist nur mit den Steuerknüppeln, zwei Schaltern und einem zusätzlichen Drehrad zum Schwenken der Kamera ausgestattet. Einen Bildschirm gibt es nicht. Um den Copter komplett steuern zu können und das FPV-Bild zu sehen, ist ein WLAN-fähiges Smartphone oder ein Tablet-PC erforderlich. Mit der entsprechenden App (Android oder Apple iOS) können dann die Copter- und Kamera-Einstellungen darüber vorgenommen werden und das FPV-Bild der Kamera wird darauf angezeigt. Über die App wird auch ein Foto ausgelöst und die Video-Aufnahmen gestartet und gestoppt.

Beim Q500 wird das über zwei Tasten der Fernsteuerung gemacht – links Foto, rechts Video. Außerdem gibt es einen Taster, mit dem die Propeller gestartet und gestoppt werden. An der linken Seite der Kamera gibt es einen Drehregler, mit die Schwenkung der Kamera verändert wird. Mit dem Hebel auf der rechten Seite der Fernsteuerung wird die Reaktionsgeschwindigkeit der Copters auf Steuerbefehle verändert. Zur Wahl stehen die Symbole "Schildkröte" und "Hase". Steht der Hebel auf "Schildkröte", so reagiert der Copter sehr langsam auf Steuerbefehle. Das betrifft nicht nur die Flugmanöver, sondern auch die Neigung der Kamera. Diese Einstellung ist beispielsweise für langsame und ruhig Filmaufnahmen bestens geeignet. Möchte man dagegen schnell verschiedene Positionen für Fotos anfliegen, so kann man den Hebel auf die Position "Hase" stellen und der Q500 reagiert flott auf Steuerbefehle. Die Einstellung kann jederzeit auch während des Fluges angepasst werden. Mit einem weiteren Hebel auf der rechten Oberseite der Funke können zwei verschiedene Flugmodi gewählt werden (Smart, Angle) sowie auf der Position "Home" der Copter zum automatischen Heimflug veranlasst werden. 

 

Der Zusammenbau

Der Q500 wird praktisch komplett zusammengebaut geliefert. Daher wird auch oft statt RTF (Ready to Fly), ARF gesagt = Almost ready to Fly. Wirklich viel ist allerdings nicht zu tun, bevor man mit dem ersten Flug loslegen kann. Als erstes müssen die Propeller angebracht werden. Mitgeliefert werden acht Propeller, wovon vier benötigt werden und vier als Ersatz beiliegen. Ein Satz besteht aus jeweils zwei linksdrehenden und zwei rechtsdrehenden Propellern. Diese haben auch die Bezeichnung CW = Clock-Wise = in Uhrzeiger-Richtung und CCW = Counter-Clock-Wise = gegen Uhrzeiger-Richtung. Die Propeller des Q500 sind mit den Buchstaben A und B beschriftet und genau diese Buchstaben stehen auch auf den Motoren des Copters. So fällt es leicht, die passenden Propeller auf die Motoren zu schrauben. Falsch machen kann man aber sowieso nichts, da die Propeller entsprechende Gewinde haben, so dass man einen CW-Propeller nicht auf einen CCW-Motor schrauben kann. Also die Props aufschrauben. Ein Plastikzange liegt dem Set bei, mit dem man den Motor festhalten kann, während man den Propeller aufschraubt. Die Propeller sind selbstsichernd, so dass sie nicht sonderlich fest angezogen werden müssen.

Nachdem die Props drauf sind, müssen die Akkus noch geladen werden. Dem Set liegen zwei Flugakkus bei. Diese werden mit einem kleinen Kabel mit dem Ladegerät verbunden. Das kann sowohl am Netzgerät als auch im Auto angeschlossen werden. Wie bereits erwähnt, dauert es rund zwei Stunden, einen leeren Akku wieder voll zu laden. Neben den Flugakkus muss die Fernsteuerung noch geladen werden. Ein entsprechendes Gerät liegt bei, das Kabel – ein USB-Kabel – wird seitlich in die Fernsteuerung gesteckt. Die schaltet sich nach kurzer Zeit automatisch ein und ein Ladesymbol zeigt, dass der Akku der Fernsteuerung geladen wird.

Bei der Fernsteuerung sollten nun noch Datum und Uhrzeit eingestellt werden. Dazu einmal die Fernsteuerung einschalten und unten auf "System Settings" tippen. Die folgende Meldung mit OK bestätigen und auf "Date & time" tippen. Hier nun die gewünschten Einstellungen vornehmen und abschließen auf das kleine Haus am unteren Bildschirmrand tippen.

Ist alles geladen, wird ein Flugakku in den Copter eingelegt. Dazu wird die Klappe am Heck des Copters mit einem Druck auf die Klappe geöffnet. Nun wird der Akku bis zm Anschlag eingeschoben und die Klappe wieder geschlossen. Als letztes muss die mitgelieferte Micro-SD-Karte in die Kamera eingelegt werden. Dazu wird der Copter umgedreht und die Karte in den kleinen Schlitz an der Kamera eingeschoben. Wichtig: Die Karte kommt etwas schräg in den Schlitz, mit ein wenig Geschick klappt das aber problemlos.

Wichtig: In Deutschland muss für Copter eine spezielle Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Diese ist Pflicht. Deswegen bitte rechtzeitig vor dem ersten Flug eine entsprechende Versicherung abschließen. Ein Versicherer ist beispielsweise die DMO http://www.deutsche-modellsport-organisation.de/

 Die Startvorbereitungen

Nachdem der Copter nun zusammengebaut ist, die Akkus geladen sind, die Versicherung abgeschlossen ist, kann es losgehen. Der Startplatz des Copters sollte eben sein, nicht in zu hohem Gras sein und nicht auf lösen Untergrund, der durch den Wind der Propeller aufgewirbelt werden könnte. Durch aufwirbelnden Dreck können Propeller und Motoren beschädigt werden. Wenn eine Matte unter den Copter gelegt wird, sollte sie nicht zu leicht sein, damit sie beim Start nicht hochgewirbelt wird und in den laufenden Copter gerät. Am besten ist eine schwere Gummimatte, wie sie im Kofferraum häufig als Schutz ausgelegt ist.

Der Startplatz sollt zudem einen ausreichend großen freien Bereich um sich haben. Also keine Bäume, Häuser, Strom- oder Sendemasten sollten sich in der Nähe befinden. Klar sollte auch sein, dass Menschen und Tiere ausreichend Abstand zum Copter haben müssen. Gut ist es auch an einen Tag mit keinem oder nur wenig Wind zu wählen. Außerdem sind sogenannte Flugverbotszonen rund um Flughäfen zu beachten.

In jedem Fall muss sich der Pilot vor dem Start erkundigen, ob und welche Auflagen es in seinem Startbereich gibt.

Nun wird die Fernsteuerung eingeschaltet. Nach einigen Sekunden ist der Einschalt-Sound zu hören und kurz darauf ist das Android Betriebssystem hochgefahren und die Fernsteuerung versucht Kontakt zum Copter herzustellen. Auf dem Display erscheint die Meldung, dass sich die Fernsteuerung mit dem Copter verbindet (Bild links).

Nun kann der Copter mit einem kleinen Hebel auf der Unterseite eingeschaltet werden. Auch hier signalisiert eine kurze Startmelodie, dass der Einschaltvorgang begonnen hat. Dieser Vorgang ist nach rund 30 Sekunden sind Fernsteuerung und Copter verbunden, was mit der Meldung "Welcome Pilot" auf dem Display quittiert wird (Bild rechts).

 

Während des Startens blinken das WLAN- und Satelliten-Symbol auf der Fernbedienung blau. Steht die Verbindung zum Copter und sind genug Satelliten gefunden, hört das Blinken auf und die beiden Symbole leuchten dauerhaft.

Vor dem ersten Start muss nun noch der Kompass des Copters kalibriert werden. Dieser Vorgang muss später immer dann wiederholt werden, wenn der aktuelle Startpunkt mehrere hundert Kilometer vom letzten Startpunkt entfernt ist – also beispielsweise im Urlaub. Für die Kalibrierung wird zunächst der rechte Hebel auf die Position Hase geschoben. Nun wird der linke Steuerstick nach links gedrückt und der Flugmodi-Hebel vier bis fünf mal nach oben und unten bewegt. Auf dem Display erscheint nun links unter dem Punkt "MODE" der Hinweis "Mag Cali".

Nun wird der Copter hochgehoben und die Spitze in Richtung Norden gedreht. Der Copter muss nun innerhalb von 30 Sekunden vier mal 360 Grad gedreht werden. Zwischen den einzelnen Drehungen wird der Copter jeweils 45 Grad nach links gegen die Richtung des Uhrzeigers gedreht. Nach der letzten 360-Grad-Drehung muss der Copter möglichst ruhig gehalten werden. War die Kalibrierung erfolgreich, startet der Copter automatisch neu und kann wieder auf die Startposition gestellt werden. Hat die Kalibrierung nicht geklappt, startet der Copter nicht automatisch und die Kalibrierung muss wiederholt werden. Dazu muss der Copter zunächst aus- und wieder eingeschaltet werden.

Copter und Fernsteuerung sollten nun ausreichend Satelliten gefunden haben. Die Zahl der Satelliten der Fernsteuerung wird im Display oben rechts angezeigt – hier sind es zehn Satelliten –, die des Copters auf der linken Seite des Bildschirms – hier sind es 15 Satelliten. Üblicherweise ist die Zahl der Satelliten, die der Copter findet, größer, als die der Fernsteuerung. Werte von 12 bis 20 für den Copter sind normal, 8 bis 14 für die Fernsteuerung. Sind ausreichend Satelliten gefunden, wird auf der linken Seite des Displays unter dem Punkt "SAT" das Wort "Ready" angezeigt und es kann los gehen. Außerdem wird unter dem Punkt "POS" die aktuelle Position des Copters in Längen- und Breitengrad angegeben. 

Einen wesentlichen Vorteil gegenüber dem P2V+ hat der Sat-Empfänger des Q500: Er empfängt neben dem "normalen" GPS-Signal (NAVSTAR) auch die Signale des russischen GLONASS-Netzwerkes. Deswegen zeigen die Anzeigen der beiden Apps – DJI und Yuneec – bei gleichen Standort auch deutliche Unterschiede in der Anzahl der empfangenen Satelliten: Der Q500 zeigt meist den doppelten Wert des P2V+. Dies sollte damit auch ein besserer Schutz gegen Fly-Aways sein und erhöht die Positions-Genauigkeit.

Der Start

Vor dem Start der Motoren sollte man sich rund acht Meter entfernt hinter den Copter stellen. Der Flugmodi-Hebel sollte nun auf die Position "Angle" gestellt werden. In der Anleitung steht zwar, dass Anfänger den Smart-Mode wählen sollten, ich halte das jedoch nicht für sinnvoll. Die vorderen beiden Motoren-Leuchten sollten nun weiß leuchten, die hinteren beiden rot. Sie dienen der Orientierung während des Fluges: Weiß ist vorne, rot ist hinten. Die hintere Kontroll-Leuchte unter dem Copter sollte nun lila blinken. Nun noch den linken und rechten seitlichen Hebel jeweils auf die Mittelstellung bewegen. So steht die Kamera etwa 45 Grad nach unten geneigt und der Copter reagiert auf Steuerbewegungen normal.

Nun wird der rote Startknopf drei Sekunden gedrückt und die Motoren starten. Diese sollten sich gleichmäßig und ruhig drehen. Nach wenigen Sekunden der Kontrolle, wird der linke Steuerhebel nach vorne gedrückt. Die Propeller drehen nun schneller und der Copter hebt langsam ab. Dieser Vorgang sollte gleichmäßig von statten gehen. Hat der Copter eine Höhe von etwa drei Meter erreicht, kann man den linken Steuerknüppel wieder loslassen und in der Mittelposition belassen. Der Copter sollte nun ruhig in der Luft stehen. Wind gleicht er aus und sollte ruhig auf der Stelle stehen.

Erste Flugmanöver

Nun können die ersten Flugmanöver ausgeführt werden. Dazu wird der rechte Stick nach vorne bewegt, bis der Q500 langsam nach vorne fliegt. Nach wenigen Flugmetern kann der Steuerknüppel wieder in die Ausgangsposition gebracht werden und der Copter stoppt seinen Vorwärtsflug und bleibt wieder auf der Stelle stehen. Nun kann der Stick vorsichtig nach hinten gezogen werden und der Copter fliegt rückwärts auf den Piloten zu. Ist der Copter wieder rund zehn Meter entfernt, sollte der Stick wieder in die Ausgangsposition gebracht werden, so das der Copter in der Luft stehen bleibt.

Nun kann der rechte Hebel nach rechts gerückt werden, der Copter fliegt nach recht. Hebel nach links, der Copter fliegt nach links. Nun den linken Hebel nach vorne und etwas mehr Höhe gewinnen. Bewegt man den linken Hebel nach rechts, so dreht sich der Copter auf der Stelle nach rechts. Das Manöver sollte gestoppt werden, wenn die Kamera auf den Piloten zeigt. 

Nun heißt es: Umdenken. Wir der rechte Hebel nach vorne bewegt, fliegt der Copter nach vorne, also in Richtung der Kamera – das heißt auf den Piloten zu. Wird der Hebel nach hinten gezogen, fliegt der Copter rückwärts, also vom Piloten weg. Wird der Hebel nach rechts bewegt, fliegt der Copter aus seiner Sicht nach rechts – aus der Perspektive des Piloten nach links. Umgekehrt wird der Hebel nach links bewegt, fliegt der Copter aus sicht des Piloten nach rechts. 

Dreht man nun den Copter um 90 Grad nach links, indem der linke Hebel erneut nach rechts gedrückt wird, zeigt die Kamera nun aus Sicht des Piloten nach links. Wird der rechte Stick nun nach vorne bewegt, fliegt der Copter nach vorne – aus der Sicht des Piloten nach links. Wird der linke Hebel nach links gezogen, fliegt der Q500 nach links, also aus der Sicht des Piloten auf ihn zu. 

Nun heißt es in Ruhe zu üben und die Steuerung zu lernen. Dabei ist räumliches Denken und Konzentration wichtig. Zunächst sollte man ruhige Flugmanöver machen, um sich mit der Steuerung und dem Umdenken vertraut zu machen. Sollen die Signale der Steuerknüppel flotter umgesetzt werden, kann der linke Hebel etwas weiter in Richtung Hase geschoben werden. Soll der Copter etwas träger reagieren, sollte der Hebel in Richtung Schildkröte gestellt werden. 

Während des Fluges kann mit einem Druck auf den linken weißen Knopf an der Stirnseite der Fernsteuerung ein Foto gemacht werden. Mit einem Druck auf den rechten Knopf wird eine Videoaufnahme gestartet. Mit einem weiteren Druck die Aufnahme gestoppt. Nach rund 15 Minuten Flugzeit sollte das Landemanöver eingeleitet werden. Die Akkukapazität ist ausreichend für rund 20 Minuten Flugzeit, aber beim ersten Flug sollte man die nicht gleich ausreizen.

Die Landung

Für die Landung sollte der Copter mit dem linken Stick so gedreht werden, dass die Kamera vom Piloten weg zeigt. Der Vorteil: Die Steuerung ist nun wieder genauso, wie die Sticks bewegt werden. Der Q500 wird nun langsam zu seine Landeposition zurückgeflogen. Der linke Hebel wird nun nach unten gezogen, so dass der Copter langsam sinkt. Mit dem rechten Stick werden nun Korrekturen der Position gemacht, bis der Copter möglichst genau über dem Landepunkt steht. Nun wird der linke Hebel so lange nach unten gezogen, bis der Copter aufsetzt. Den Hebel weiter in dieser Position halten und für etwas eine Sekunden den roten Start-Stopp-Knopf drücken, so dass die Motoren ausgehen.

Herzlichen Glückwunsch – der erste Flug ist absolviert.

Dank des größeren Motoren-Abstands ist auch das Landegestell des Q500 breiter als das des Phantom 2 Vision. Zum Vergleich: Beim Q500 sind es rund 28 Zentimeter, während es beim DJI gerade mal 15 Zentimeter sind. Somit ist das Landen des Yuneec auch bei etwas Wind wesentlicher einfacher, da der Copter nicht so schnell umkippen kann.

Fortgeschrittene Flugmanöver

Nun kann der nächste Start erfolgen und die Flugmanöver erweitert werden. Dabei sollte man nun auch einen Blick auf den Bildschirm der Fernbedienung werfen. Dort wird nicht nur das Bild der Kamera angezeigt, sondern auch die Flugdaten. Die sind für spätere Flugmanöver wichtig und man sollte immer mal einen Blick darauf werfen. Im einzelnen sind das: "DIS" ist die Distanz zwischen Pilot und Copter. "G-SPD" ist die Geschwindigkeit des Copter über Grund. "ALT" ist die Höhe des Copter, ausgehend von seinem Startplatz. Sollten die Angaben nicht in Meter oder "kph" (Kilometer pro Stunde) angezeigt werden, muss das in den "Flight Settings" unter dem Menüpunkt "Other Settings" umgestellt werden. Dazu einmal auf das Display auf den entsprechenden Punkt tippen, dann mit dem Finger einmal nach oben übers Display wischen, bis der Punkt "Other Settings" unten erscheint. Nun darauf tippen und den "Unit Switch" auf "Metric" stellen. Nun auf das kleine Häuschen am unteren Rand des Bildschirms tippen uns man gelangt wieder in die Haupt-Darstellung.

Wichtig ist zudem die Spannungsanzeige "VOLTS" auf der rechten Seite des Displays. Sie informiert über den Zustand des Akkus im Copter. Voll geladen sollte dort ein Wert von 12,4 bis 12,6 Volt stehen. Bei einem Wert von 11,2 Volt sollte die Landung eingeleitet werden. Ein Wert von 10,8 Volt darf nicht unterschritten werden, da sonst der Akku beschädigt werden und der Copter abstürzen kann. Der Q500 ist mit einem automatischen Warnsystem ausgestattet, das dem Piloten rechtzeitig signalisiert, den Landevorgang einzuleiten. 

Ein fortgeschrittenes Flug-Manöver ist, beim Vorwärtsflug den linken Steuerknüppel nach links zu bewegen, so dass der Copter einen Bogen nach links fliegt. Wird der Knüppel weiter in der Position gehalten, fliegt der Q500 einen Kreis. Solche Manöver sollten nun mit verschiedenen Einstellungen des rechten Schildkröte-Hase-Hebels geübt werden. Außerdem sollte der Copter auch mal 100 bis 150 Meter weit weg geflogen werden, um festzustellen, wie "klein" der Q500 mit zunehmender Entfernung wird und wie schwer er zu erkennen ist. Auch das schult die Orientierung. 

 

Weitere Einstellungen

Bisher fanden die Flüge in der Einstellung "Angle" statt. Nun stellt sich die Frage, was der Unterschied zum Modus "Smart" ist. Wird in dieser Einstellung der rechte Steuerstick nach vorne bewegt, fliegt der Q500 immer vorwärts vom Piloten weg – egal in welche Richtung die Kamera zeigt. Das heißt, die Kamera kann nach links zeigen, nach rechts, in Richtung des Piloten oder der Copter kann während des Fluges gedreht werden. Die Flugrichtung ist immer die gleiche. Genauso natürlich wenn der Stick rückwärts gezogen wird. Dann fliegt der Copter immer in Richtung des Piloten, egal wohin die Kamera zeigt. Und was passiert, wenn man den Steuerknüppel nach recht bewegt? Dann fliegt der Copter nach rechts. Und wie lange? Immer weiter – der Q500 fliegt im Kreis um den Piloten. Zwischen den Flugmodi "Angle" und "Smart" kann jederzeit gewechselt werden. Allerdings ist das nur dann zu empfehlen, wenn man schon etwas Flugerfahrung hat und genauso schnell "im Kopf" umschalten kann.

In beiden Flugmodi ist die Flughöhe zur Zeit auf rund 120 Meter begrenzt. Im Smart-Modus stoppt der Copter in einer Entfernung von rund 100 Metern an einer Art virtuellen Mauer. Beide Werte können mit einer zukünftigen Software angepasst werden. Im Angle-Modus kann der Copter beliebig weit geflogen werden, bis der Kontakt zur Funkfernsteuerung abreißt. Das ist bei Entfernungen von 350 bis 450 Metern der Fall. Der Copter leitet dann automatisch den sogenannte Fail-Safe ein und fliegt automatisch zum Startpunkt zurück. Achtung: Hindernisse wie Bäume oder Gebäude werden dabei nicht umfolgen.

Hier nochmal grafisch dargestellt die Unterschiede zwischen dem Smart- und Angle-Modus (bitte auf die Miniaturen klicken, für eine größere Ansicht):

Warnung: Keine Bilder im angegeben Ordner vorhanden. Bitte Pfad kontrollieren!

Debug: angegebener Pfad - http://www.copter-college.de/images/Copter/Yuneec_Q500/Modi

Beiden Grafiken können sowohl heruntergeladen, als auch ausgedruckt werden. Einfach unten links auf eines der beiden Symbole (Drucker / Diskette) klicken.

Neben diesen beiden Modi gibt es die Position "Home". Dabei startet der Copter sofort mit dem Rückflug zum Startpunkt. Wichtig wenn man diese Funktion nutzt: Der Copter umfliegt bei seinem Heimflug keine Hinternisse oder steigt vorher nach oben. Daher sollte man diese Funktion nur nutzen, wenn man sicher ist, dass auf dem Heimweg des Copters keine Hindernisse im Weg sind. Ansonsten ist meine Empfehlung: Den Copter zunächst etwas steigen lassen und dabei die Anzeige im Display beobachten. Bei einer Höhe von 70 bis 80 Meter sollte der Copter die meisten Bäume mühelos überfliegen können. 

Nun heißt es: Üben, üben, üben und mit den verschiedenen Einstellungen "spielen". Dabei nicht übermütig werden und ruhig fliegen, bis die Erfahrung größer wird. Wichtig: Immer wieder die Flugdaten im Auge behalten und kontrollieren. 

Kamera- und Video-Einstellungen

Zur Zeit (Stand Januar 2015) lassen sich nur wenige Funktionen der Kamera verändern. Lediglich die Bildwiederholrate der Kamera bei Videoaufnahmen kann angepasst werden. Zur Wahl stehen 48p, 50p und 60p. Umstellen lassen sich die Werte mit einem Tipp auf das Symbol "50F" oben links auf dem Bildschirm. Anpassungen des Weißabgleichs, der ISO-Empfindlichkeit oder eine Belichtungskorrektur sind zur Zeit noch nicht möglich. Hier hat die Phantom 2 Vision + (plus) mehr zu bieten. Bei dem DJI-Copter lassen sich Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungskorrektur, Farbeinstellungen und mehr anpassen. Zudem kann eine Serienbelichtung ausgeöst werden, bei der mehrere Fotos in Folge gemacht werden. Bei beiden Coptern kann übrigens während einer Videoaufnahme kein Foto gemacht werden. Dazu muss die Videoaufnahme zunächst gestoppt werden.

Die Bildqualität

Eine wichtige Frage: Wie gut ist die Bildqualität der Kamera? Zunächst eine wichtige Anmerkung: Sowohl die Q500- als auch die DJI-Kamera haben einen Fischaugen-Effekt – das heißt, der Horizont ist gebogen sobald er nicht exakt durch die Bildmitte verläuft. Um das auszugleichen, muss man mit entsprechenden Programmen diesen Effekt herausrechnen. Vorteil für die P2V+: DJI bietet ein Plugin für Photoshop und Lightroom an, mit dem der Fischaugen-Effekt automatisch rausgerechnet wird. Beim Fotos des Q500 muss man das manuell machen. Hier nun der Vergleich der Fotos – beide ohne Bearbeitung direkt als JPEG aus der Kamera:

Vergleichsbilder und die Beurteilung der Bildqualität folgen in den nächsten Tagen – hier schon mal Links zu Aufnahmen der Q500:

 

Soviel zum Thema Foto-Qualität. Stellt sich nun die Frage nach der Qualität der Videos. Analysiert man die Aufnahmen, so stellt man fest, dass die Datenrate der Q500 etwas höher liegt, was vor allem daran liegt, dass die Kamera 60p aufnehmen kann. Im direkten Vergleich fallen die Unterschiede allerdings nicht ganz so stark auf und meiner Meinung nach liegen beide Kameras auf einem ähnlichen Niveau. Bei beiden Modellen lässt sich die Belichtungszeit nicht anpassen, so dass bei hellem Sonnenlicht sehr kurze Belichtungszeiten genutzt werden, was zu dem sogenannten Stakkato-Effekt führt, der sich durch Ruckeln in der Wiedergabe bemerkbar macht. Hier könnten lediglich variable Graufilter Abhilfe schaffen, die sich allerdings bei beiden Modellen nicht ohne weiteres anbringen lassen. Wer mehr zum Thema digitale Videoaufnahmen und den Zusammenhängen zwischen Belichtungszeit und Blende erfahren möchte, sollte sich DIESEN ARTIKEL durchlesen.

FPV (First Person View)

Unter FPV (First Person View) versteht man, dass der Pilot das Bild der Copter-Kamera sehen kann. Beim Q500 wird dies auf dem Bildschirm der Fernsteuerung angezeigt. Ein zusätzliches Smartphone oder ein Tablet-PC sind dazu nicht erforderlich. Wer allerdings mit einer Datenbrille fliegen möchte, wie etwa der Zeiss Cinemizer, hat keine Möglichkeit diese an die Funke anzuschließen, da es weder einen analogen noch digitalen Bildausgang, wie etwa HDMI, gibt. Um dennoch eine solche Brille nutzen zu können, benötigt man ein entsprechenden Smartdevice mit HDMI-Ausgang. Eine weitere wichtige Voraussetzung: Das Gerät muss mit einem 5,8 GHz-WLAN-Netz kommunizieren können. Dann kann man auf die WLAN-Verbindung der Kamera zugreifen und mit der entsprechenden App "CGO2" sich das Bild anzeigen lassen. Nun einfach die Brille anschließen und schon sieht man das Kamerabild.

Die iOS-App für Apple geräte gibt es HIER

Die Android-App gibt es HIER

Achtung: Reine FPV-Flüge sind in Deutschland nur erlaubt, wenn eine zweite Person den Copter ständig kontrolliert. Nutzt man die Cinemizer von Zeiss ohne den Sonnenschutz, kann man über den Rand der Brille den Copter ständig im Auge behalten, daher sind solche Flüge erlaubt. Außerdem kann man unter der Brille auf die Fernsteuerung schauen und so die Flugdaten kontrollieren. Denn auf dem Smartphone werden diese Daten nicht angezeigt, sondern nur das reine Kamerabild.

Fragen & Antworten (Stand Januar 2015)

– Haben die vier Tasten unterhalb der Steuerknüppel eine Funktion? Nein, zur Zeit nicht.

– Warum zeigt die Kamera nach dem Einschalten nicht ganz gerade nach vorne? Bewegt man im Stand den linken Steuerknüppel nach links oder rechts schwenkt die Kamera ebenfalls nach links oder rechts. Im Flug wird die Kamera immer optimal ausgerichtet und folgt der Bewegung des Copters.

– Was passiert wenn ich versehentlich während des Fluges den Start-Stopp-Knopf drücke? Nichts. Erst wenn der Copter am Boden steht und keine Höhenänderung mehr vorhanden ist, schalten die Motoren aus.

– Kann man während der Videoaufnahme eine Foto machen? Nein, zunächst muss die Videoaufnahme unterbrochen werden.

– Gibt es für die Kamera verschiedene Einstellungen, wie Weißabgleich, Auflösung oder eine Belichtungskorrektur? Nein, zur Zeit ist das in der Firmware nicht vorgesehen.

– Gibt es für Video-Schnittprogramme ein fertiges Plugin, das den Fischaugen-Effekt der Kamera entfernt? Nein, bisher nicht. Der Effekt lässt sich manuell mit dem Programm ProDRENALIN entfernen. Wer mit dem Programm Final Cut Pro (FCP) unter OS.X arbeitet kann ein kostenloses Plugin von Alex4D nutzen. Als Einstellung wird der Wert 0.16 empfohlen.

– Warum sind auf der SD-Karte der Kamera mehrere Videodateien, obwohl ich nur eine Aufnahme gemacht habe? Die Kamera unterteilt die Videoaufnahmen automatisch in Dateien, die nicht größer sind als vier Gigabyte. Diese Einzeldateien müssen später in einem Videobearbeitungsprogramm wieder zusammengefügt werden.

– Kann ich auch ohne GPS-Signal in einer Halle fliegen? Ja das geht. Damit der Copter aber ohne vorhandenes GPS-Signal überhaupt startet, muss dieses manuell deaktiviert werden. Das geht nur, wenn der Copter am Boden steht – nicht im Flug. Dazu wird nach dem Einschalten der rechte Hebel auf die Position "Hase" gestellt, der rechte Steuerknüppel an den linken Anschlag gestellt und der Modus-Schalter mehrmals hoch und runter geschaltet. Auf dem Kontrollbildschirm steht nun unter dem Punkt "GPS" das Wort "disabled". Nun wird der Modus-Schalter auf "Angle" gestellt und der Copter kann ohne GPS-Unterstützung geflogen werden. Achtung: Die GPS-Funktion kann während des Fluges NICHT aktiviert werden! Wer diese Funktion nutzt, sollte daher bereits viel Flugerfahrung haben. Wird die Funktion im Freien genutzt, wird der Copter mit dem Wind abgetrieben und der Pilot muss selbstständig gegensteuern und die Position halten. Das gilt vor allem bei der Landung. 

– Kann man den Q500 auch komplett manuell fliegen ohne jegliche elektronischen Hilfen? Nein, das geht nicht. Auch bei ausgeschaltetem GPS fünktioniert zumindest die Höhenkontrolle. Vergleichbar ist das mit dem ATTI-Modus des P2V/P2V+.

– Wie groß ist die Reichweite des Q500? Das Videosignal (FPV) hat eine Reichweite von 300 bis 400 Meter, das Signal der Fernsteuerung 800 bis 1000 Meter. Diese Reichweiten sind für Deutschland völlig ausreichend, da hier der Copter immer nach Sichtflug gesteuert werden muss, also noch mit bloßen Auge zu erkennen sein muss. Bei mehr als 400 Meter ist der Q500 schon fast nicht mehr zu erkennen. Unter günstigen Bedingungen können auch FPV-Reichweiten von 600 Metern erreicht werden. Damit liegen die Reichweiten des Q500 und der P2V+ auf etwa dem gleichen Niveau, denn die oft genannten Fabelreichweiten von rund 800 Metern beim Phantom sind unter realen Bedingungen und ohne zusätzlichem WLAN-Repeater kaum zu realisieren. Da das FPV-Bild bei einer Reichweitenüberschreitung verschwindet und meist erst bei Entfernungen von rund 100 Metern wieder erscheint, sollten gerade Anfänger sich vorsichtig an die Maximalreichweite herantasten, um nicht die Orientierung zu verlieren.

– Kann ich mit dem Q500 beliebig hoch fliegen? Nein, zur Zeit ist das Höhenlimit durch die Software auf etwa 125 Meter begrenzt. Per Software-Einstellung wird es zukünftig die Möglichkeit geben, das Höhen- und Weitenlimit anzupassen. Dabei sollten aber immer die lokalen Vorschriften (Flugverbotszonen) beachtet werden.

– Was passiert, wenn der Q500 außerhalb der Reichweite der Fernsteuerung kommt? Dann leitet er einen sogenannten Fail-Safe ein und fliegt automatisch zu seinem Startpunkt zurück. Das passiert auch, wenn die Fernsteuerung während des Fluges durch ein Versehen, einen technischen Defekt oder leere Akkus ausgehen sollte. Wichtig: Der Copter steigt nicht nach oben, um seinen Startpunkt anzufliegen, sondern bleibt auf eine Höhe von etwa zehn Metern. Hindernisse die höher sind, überfliegt er nicht sondern würde schlimmstenfalls kollidieren und abstürzen.

– Kann ich den Q500 vom CE-Modus auf den FCC-Modus umstellen, wenn ich im Ausland fliege, wo eine höhere Sendeleistung als 25 mW erlaubt ist? Nein, das ist zur Zeit nicht möglich. Der Q500 ist auf den in Deutschland zulässigen CE-Modus eingestellt.

– Gibt es beim Q500 einen Follow-Modus? Ja den gibt es. Dazu wird der Copter ganz normal im Angle-Modus gestartet. Nun wird er in Position gebracht, etwa zehn Meter hinter den Piloten in eine Höhe von etwa fünf Metern. Nun wird an der Fernsteuerung der Modus "Smart" eingeschaltet. Geht man vorwärts, folgt der Copter dem Piloten. Bleibt man stehen, bleibt der Q500 ebenfalls stehen. Geht man einen Bogen, folgt der Copter zwar, aber der Copter und die Kamera drehen sich nicht. Dies muss per Fernsteuerung gemacht werden. Wichtig: Der Abstand und die Flughöhe sollten ausreichend groß sein, damit nicht die Gefahr besteht, dass der Copter mit dem Piloten kollidiert und es zu Verletzungen kommt.

– Gibt es beim Q500 eine Waypoint-Steuerung, mit der man bestimmte Punkte automatisch abfliegen kann? Nein, mit der aktuellen Firmware ist das nicht möglich. 

Finale – Mein Fazit

Die Yuneec Q500 ist ein hervorragender RTF-Copter. Vor allem seine gutmütigen Flugeigenschaften machen ihn für Anfänger besonders geeignet. Zudem bietet er durch die Umstellung zwischen dem gemütlichen Schildkröten-Modus und dem agilen Hasen-Modus beste Voraussetzungen sowohl für ruhige Videoaufnahmen, als auch flotten Flugspaß. Durch die großen Propeller hat der Q500 ein angenehmes Fluggeräusch. Ein breites Landegestell sorgt dafür, dass auch weniger geübte Piloten sicher landen können, ohne Gefahr zu laufen, dass der Copter bei etwas Wind umkippt.

Ein wichtiger Pluspunkt: Die Fernsteuerung ist bereits mit einem Kontrollmonitor ausgestattet, so dass kein zusätzliches Smartphone oder ein Tablet-PC benötigt werden, um ein FPV-Bild zu bekommen. Der Kontrollmonitor ist in Touchscreen-Technik gebaut, so dass die Eingaben bequem per Fingertipp gemacht werden können. Die Fernsteuerung ist hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. Einzig der etwas laute Lüfter stört den positiven Gesamteindruck.

Die Bildqualität im Bereich Video und Foto sind sehr gut. Mit einer Auflösung von 12 Megapixeln können die Aufnahmen bis zum DIN A3-Format problemlos ausgedruckt werden. Beeindruckend finde ich die Qualität der Aufnahmen bei wenig Licht in der Dämmerung. Die Aufnahmen sind trotz längerer Belichtungszeit gestochen scharf und zeigen kaum Bildrauschen. Wünschenswert wären zusätzliche Kameraeinstellungen. Hier verspricht Yuneec in den folgenden Firmware-Versionen mehr Funktionen. Videos werden in voller HD-Auflösung mit Bildwiederholraten von 48p, 50p oder 60p aufgenommen. Dank des hervorragend abgestimmten Gimbals sind die Videos sehr ruhig und das auch bei etwas mehr Wind. Die Kamera lässt sich bequem an der Fernbedienung während des Fluges schwenken.

Es ist zu erwarten, dass in den folgenden Firmware-Versionen noch eine Reihe wichtiger Funktionen nachgerüstet werden. So beispielsweise ein paar mehr Kamera-Einstellungen. Außerdem wird es eine Software für Windows und OS.X geben, mit der verschiedene Einstellungen des Copters gemacht werden können. 

Bleibt die Frage: Yuneec Q500 oder DJI Phantom 2 Vision + (plus)?

Ich fliege beide Copter und werde auch beide Copter weiter fliegen. Mein Wunsch-Copter wäre eine Mischung aus dem hervorragenden Flugverhalten des Q500 – Fluggeräusch, Stabilität und GPS-Empfang – und den vielfältigen Möglichkeiten der P2V+ – Waypoint-Fliegen, Kamera-Einstellungen, Einstellungen per Software. Da die meisten Funktionen der P2V+ per Software beim Q500 nachgerüstet werden können, hoffe ich, dass die Entwickler von Yuneec diese Chance nutzen und ordentlich Gas geben. Denn die Hardware des P2V+ kann nicht geändert werden – weder der Propellerdurchmesser, noch der -abstand. Und genau das ist es, was den Q500 auszeichnet. Wer also Vertrauen hat und an die zukünftige Entwicklung bei Yuneec glaubt, bekommt mit dem Q500 einen hervorragenden Copter, der DJI Konkurrenz macht. Da die Frage nach der Verarbeitungsqualität auch immer wieder gestellt wird: Beide Copter liegen auf einem ähnlichen Niveau. Wie es mit den berüchtigten Fly-Aways beim Q500 aussieht, wird die Zukunft zeigen.

Was den Preis anbelangt, liegen zwar beide auf einem ähnlichen Niveau, beim Q500 muss allerdings nicht zwingend ein Smartphone oder Tablet-PC dazugekauft werden. Das macht den Q500 vor allem für Einsteiger besonders interessant, da selbst mit einem günstigen Smart-Device beim Phantom nochmal rund 300 Euro oben drauf kommen.

Plus- und Minus-Punkte in der Übersicht:

 

Yuneec Q500

DJI Phantom 2 Vision + (plus)

Vorteile
  • sehr gute und ruhige Flugeigenschaften
  • sehr guter 3D-Gimbal
  • sehr guter Satelliten-Empfänger (NAVSTAR und GLONASS)
  • breites Landegestell für sichere Landungen
  • Fernsteuerung mit eingebautem FPV-Monitor
  • Expo-Kurve kann während des Fluges verändert werden
  • Videoaufnahmen mit 48p, 50p, 60p in Full-HD (1920 x 1080 Bildpunkte)
  • etwas unruhiger Flug, manchmal zappelig
  • guter 3D-Gimbal
  • Fotos können im RAW-Format gespeichert werden mit 16 Megapixeln im 4:3-Format
  • Kamera-Einstellungen für Foto und Video vorhanden
  • Flugrouten können programmiert werden (Waypoints)
  • Videoaufnahmen in 30p, 60i in Full-HD (1920 x 1080 Bildpunkte)
Nachteile
  • Fotos nur im 16:9-Format mit 12 Megapixel
  • Fotos können nicht im RAW-Format gespeichert werden
  • individuelle Kameraeinstellungen sind nicht möglich
  • Flugrouten können nicht programmiert werden
  • Fernsteuerung ohne Monitor, Smartphone oder Tablett-PC müssen zusätzlich gekauft werden
  • einfacher Satelliten-Empfänger (nur NAVSTAR)
  • schmales Landegestell, etwas schwierige Landung
  • Fotos können im RAW-Format gespeichert werden
  • keine Einstellung der Expo-Kurve während des Fluges
Abmessungen 
und Gewicht:
  • Motorenabstand: 36,1 Zentimeter
  • Höhe: 24 Zentimeter
  • Breite des Landegestells: 28 Zentimeter
  • Propellergröße: 13 Zoll (33,3 Zentimeter)
  • Gewicht: 1741 Gramm (inkl. Akku)
  • Motorenabstand: 24,5 Zentimeter
  • Höhe: 19 Zentimeter
  • Breite des Landegestells: 15 Zentimeter
  • Propellergröße: 9,5 Zoll (24,0 Zentimeter)
  • Gewicht: 1254 Gramm (inkl. Akku)

Die Plus-Minus-Liste wird ständig aktualisiert, sobald Yuneec oder DJI neue Funktionen per Software hinzufügt – Stand Januar 2015.

 

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