Der DJI Matrice 100 ist das jüngste Mitglied der DJI RTF-Copter (RTF = Ready to Fly = Fertig zum Fliegen).

Die Ausstattung

Der DJI Matrice 100 ist das jüngste Mitglied der DJI RTF-Copter (RTF = Ready to Fly = Fertig zum Fliegen). Obwohl – tatsächlich ist es kein echter RTF-Copter, denn im Gegensatz zum DJI Inspire 1, muss der Matrice erst noch zusammengebaut werden. Das ist allerdings nicht schwer und wer ein wenig handwerkliches und technisches Geschick hat, bekommt das in maximal zwei Stunden selbst hin. Das macht den Matrice 100 so besonders Matrice 100 wird von DJI als Entwicklerplattform bezeichnet. Wie beim Inspire 1 und Phantom 3 gibt es für den Neuen ein SDK (Software Developer Kit = Software Entwickler Kit). Über eine Schnittstelle kann der Flugcontroller programmiert werden und Daten des Flugcontrollers ausgelesen werden. Damit haben Entwickler, wie beispielsweise Univerisitäten und Unternehmen, die Möglichkeit eigene Software für den Matrice zu entwicklen und den Copter so ganz nach ihren Vorstellungen zu fliegen.

Aber auch wer nicht auf das SDK zugreifen möchte, findet in dem Matrice 100 einen interessanten Copter für vielfältige Einsatzgebiete. Ein wesentlicher Vorteil ist der flexible Aufbau des Copters. So lassen sich die Akkus entweder unter der Zentralplattform oder darüber anordnen. es können bis zu zwei Akkupacks verbaut werden, was zu einer entsprechend langen Flugzeit führt. Ein weiterer wichtiger Aspakte ist das sogenannte Guidance-System.

Das Guidance-System

Das Guidance-System wird als Zubehör für den Matrice 100 verkauft, ist also nicht serienmäßig dabei (Preise am Ende des Tests). Das Gudiance-System ist ähnlich dem Vision-Positioning-System des Phantom 3 und Inspire 1 – allerdings wesentlich leistungsfähiger. Denn das Guidance-System arbeitet beim Matrice nicht nur nach unten, sondern in alle vier Flugrichtungen. Außerdem arbeitet das System nicht nur bis zu einer Entfernung von rund 2,50 Meter, sondern bereits bei Entfernungen von 20 Metern. Über eine Software (zur Zeit nur für Windows erhältlich) kann die Warnentfernung eingestellt werden. Außerdem kann eine Entfernung eingestellt werden, in der der Matrice 100 vor einem Hindernis stehen bleiben soll. In der DJI GO-App wird die Warnung sowie die Entfernung zum Hindernis angezeigt. Der Matrice bleibt zuverlässig vor dem Hindernis stehen, weitere Steuerbewegungen in Richtung des Hindernis werden nicht angenommen. Das Guidance-System bietet dem Piloten somit einen zusätzlichen Schutz, spezielle bei Flügen in engen Umgebungen. Das gilt natürlich auch für Indoor-Flüge.

Die Kamera

Der Matrice 100 wird ohne Kamera ausgeliefert. Geht man den "einfachen" Weg, verwendet man einfach die Zenmuse X3-Kamera, die als Standard beim Inspire 1 verwendet wird. Es ist exakt die gleiche Kamera, die somit an beiden Coptern verwendet werden kann. Beim Matrice muss lediglich der Gimbal-Anschluss montiert werden und zwei Kabel mit dem Flugkontroller der Matrice verbunden werden. Wer also schon eine Inspire 1 hat, kann die Kamera auch am Matrice 100 verwenden. Ob auch die neue Zenmuse X5 Pro am Matrice verwendet werden kann, wird sich noch zeigen. Denn die Zenmuse X5 benötigt eine andere Dämpferplatte, bei der nicht klar ist, ob diese auch am Matrice angebaut werden kann. Sobald ich die X5 habe, werde ich das testen. Eine andere Möglichkeit ist es eine eigene Kamera am Matrice zu verwenden. Um das FPV-Signal, also das Bild der Kamera, übertragen zu können ist allerdings ein zusätzlicher Video-Encoder erforderlich, An den kann eine HDMI-Quelle und eine analoge Bildquelle angeschlossen werden. Man kann den Matrice also beispielsweise mit einer kleinen Digitalkamera und einer zusätzlichen Wärmebild-Kamera ausstatten. Was leider nicht möglich ist, das Signal der X3 und ein weiteres analoges Signal zu übertragen. Denn entweder werden die Anschlüsse am Flugcontroller für die X3 verwendet oder den Video-Encoder. Schade, denn so muss man für die Übertragung des Bildes der Wärmebildkamera eine eigene Übertragung installieren. Entweder analog auf 5,8 GHz oder per Lightbridge. Hier reicht die "alte" Lightbridge.

Der Akku

Im Matrice 100 kommen quasi die gleiche Akkus zum Einsatz, wie im Inspire 1 – allerdings in eine etwas anderen Form. Während der Inspire-Akku eine "weiße" Haube hat, ist der Akku des Matrice 100 schwarz verpackt. Anschlüsse und Formfaktor sind ansonsten identisch. Der Vorteil: Das SmartPowercharger kann sowohl für den Inspire 1 als auch für den Matrice 100 verwendet werden. Natürlich auch das normale Ladegerät kann für beide Copter verwendet werden. Wie beim Inspire stehen zwei Akku-Varianten zur Wahl:

– 6S LiPo-Akku mit 4500 mAh, 22,2 Volt (199 Euro)
– 6S LiPo-Akku mit 5700 mAh, 22,2 Volt (229 Euro) – noch nicht lieferbar (Stand Oktober 2015)

Wärmebildkamera optris PI450 Lightweight

Wir haben den DJI Matrice 100 mit einer Wärmebildkamera optris PI450 Lightweight ausgestattet. Die Profi-Infrarotkamera ist auf eine Carbonplatte unter dem Matrice 100 angebaut. Die Bildübertragung geschieht zur Zeit noch per 5,8 GHz Analog-Sender, wird aber auf Wunsch mit einer Lightbridge aufgebaut. An der Fernsteuerung des Matrice befindet sich neben dem Tablet (Android oder iOS) ein weiterer Monitor, auf dem dann das Wärmebild angezeigt wird uns so sofort kontrolliert werden kann. Darüber hinaus werden die Aufnahmen natürlich auch aufgezeichnet. Die optris ist gekoppelt an einen kleinen Windows-Rechner, der sowohl die Steuerung der optris übernimmt, als auch die Speicherung des Wärmebildes auf Micro-SD-Karte ermöglicht.

Ein wichtiger und großer Vorteil der optris ist die Aufzeichnung der Infrarotdaten im Rohformat. Das heißt, später kann anhand dieser Daten – einer sogenannten .ravi-Datei – eine präzise Auswertung der Daten erfolgen. Die absolute Genauigkeit der optris beträgt 1%, die relative Genauigkeit 0,04 Kelvin, das heißt die Kamera kann Temperaturunterschiede von 0,04 Kelvin darstellen. Es sind verschiedene Voreinstellungen möglich, beispielsweise die automatische Anzeige von Hotspots. Dies ist bei der Kontrolle von Photovoltaik-Anlagen eine besonders praktische Funktion. Da die Echtbildkamera Zenmuse X3 das Bild ebenfalls in Echtzeit anzeigt und aufzeichnet, können beide Aufnahme später parallel am Computer ausgewertet werden und so nicht nur eine Kontrolle über die Temperatur sondern auch über das Echtbild erfolgen. Fehler lassen sich so wesentlich schneller erkennen.

Zur Zeit ist der Meßkopf der Optris fest am Copter montiert, also ohne Gimbal. Aufgrund der sehr ausgeglichenen Flugeigenschaften des Matrice 100 ist dies für die meisten Kontrollflüge völlig ausreichend. Dennoch arbeiten wir zur Zeit an einer Variante, bei der die Kamera in der Roll-Achse stabilisiert ist und so das Bild noch ruhiger auf dem Monitor zu sehen ist.

Intelligente Flugmodi

Neben den Standard-Flugmodi GPS und Atti bieten externe Apps weitere Flugmodi. So lässt sich die iOS-App Autopilot einsetzen. Damit sind Umrundungsflüge "POI" oder Linienflüge "Zip Line" möglich. Besonders interessant ist allerdings die App "Litchi", die zur Zeit nur auf Android-Tablets läuft. Mit ihr lassen sich Wegpunkte festlegen, die der Matrice 100 dann automatisch mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit fliegt. So lassen sich große Photovoltaik-Anlagen automatisiert abfliegen. Selbstverständlich kann – gesetzeskonform – jederzeit in den automatisierten Flug eingegriffen oder er kann beendet werden. Damit bietet der Copter zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in industriellen Einsatzgebieten.

Das Copter-College auf Youtube

Auf meinem Youtube-Kanal findet ihr alles Rund um den DJI Inspire 1, DJI Phantom 2 Vision +, Yuneec Q500 und noch vieles mehr.

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