DJI OSMO Handgimbal

Mit dem Phantom hat DJI Luftaufnahmen revolutioniert. Das gleiche hat der chinesische Hersteller nun am Boden mit dem OSMO vor. Mit dem kleinen Handgimbal lassen sich perfekte Aufnahmen am Boden machen. Dabei setzt DJI auf die gleiche Kameratechnik wie beim Inspire 1. Auf dem leichten Handgriff ist eine Kamera X3, die auch am Inspire zum Einsatz kommt. Der 3-Achs-Gimbal sorgt für perfekt stabilisierte Aufnahmen. Dank zahlreichem Zubehör kann der OSMO vielfältig eingesetzt werden: Zu Fuß, beim Selfie, auf dem Fahrrad, am und im Auto oder Boot oder beim Interview auf einem Stativ. Dank verschiedener Aufnahmemodi können Zeitlupen- und Zeitrafffer-Aufnahmen gemacht werden.

Zwei Varianten

Den OSMO gibt es in zwei Varianten:
– In der ersten Version wird der OSMO mit einer eigenen X3-Kamera ausgeliefert (749,00 Euro). Die ist im Gegensatz zur X3 des Inspire schwarz, sieht aber sonst genauso aus.
– In der zweiten Version wird nur der Handgriff mit dem Akku, dem Ladegerät und dem Handyhalter geliefert (299,00 Euro). Diese Variante ist für Piloten, die einen Inspire 1 mit einer weißen X3-Kamera haben. Die kann dann auf dem OSMO genutzt werden.

Zur Zeit (Stand Februar 2016) kann die X5 Pro / RAW noch nicht auf dem OSMO genutzt werden. Mit einem Umbau (Abschleifen des Bajonettrings) kann die Kamera zwar am OSMO angebaut werden, allerdings werden noch nicht alle Funktionen in der App unterstützt. Um die X5 in vollem Umfang nutzen zu können, ist ein Adapter von DJI erforderlich und eine Anpassung der App. Beides soll Ende Februar verfügbar sein.

Die Technik

Um den OSMO nutzen zu können, muss ein Smartphone per WLAN mit der Kamera verbunden werden. In der DJI GO-App lassen sich dann alle Funktionen wie beim Phantom 3 oder Inspire 1 steuern. Smartphones bis zur Größe des iPhone 6 plus passen in den Halter, der seitlich vom Handgriff angebracht ist. Möchte man ein etwas größeres Tablet nutzen, sind individuelle Kontruktionen gefragt. 

Beide X3-Kameras sind bis auf die unterschiedlichen Gimbal identisch. Sie haben einen 1/2,3"-Sony-Sensor mit 12 Megapixeln. JPEG und RAW lassen sich aufnahmen, Videos in den Auflösungen HD 1280 x 720, Full-HD 1920 x 1080, 2,7k 2704 x 1520, UHD 3840 x 2160 und 4k 4096 x 2160. Außerdem gibt es eine Zeitlupenfunktion mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten und einer Bildwiederholfrequenz von 120 fps (Frames per Second). 

Der Gimbal lässt sich wie beim Inspire 1 um +/- 330 Grad drehen und nach oben und unten schwenken. Es stehen verschiedene Optionen zur Wahl, um den Gimbal entsprechend den Anforderungen anzupassen. Gesteuert wird er entweder per Touchscreen in der DJI GO-App oder mittels eine Vierwegeschalters am Handgriff des OSMO. Dort sind auch zwei Tasten, mit denen entweder ein Foto ausgelöst wird oder eine Video-Aufnahme gestartet und gestoppt wird.

An der Vorderseite des OSMO befindet sich ein Mikrofon-Anschluss. Hier lässt sich ein externes Mikrofon anschließen und so die Qualität des Tons verbessern. Dies ist besondern in Hinblick auf das Lüftergeräusch der X3-Kamera sinnvoll. Beide Kameras – die schwarze und weuße – haben einen eingebauten Lüfter, der bei leisen Umgebungsgeräuschen deutlich zu hören ist, wenn man das interne Mikrofon des OSMO verwendet. Das Mikrofon lässt sich an eine zusätzlichen Halter an die OSMO anbringen.

Zubehör

Das Zubehör-Angebot zum OSMO ist inzwischen sehr umfangreich. Die wichtigsten Teile sind der Standfuß (Base – 10,00 Euro), das handliche Dreibein-Stativ (Tripod – 59,00 Euro), eine Armverlängerung (Straight Extension Arm – 28,00 Euro),  der Universal-Mount (28,00 Euro), die Fahrzeugbefestigung mit drei Saufnäpfen (Vehicle Mount – 79,00 Euro), der Fahrrad-Halter mit Stoßdämpfer (Bike-Mount – 55,00 Euro) und der Selfie-Stick (Extension Rod – 59,00 Euro). Ersatzakkus sind für längere Einsätze empfehlenswert und kosten 39,00 Euro. Ein vollgeladener Akku hält maximal eine Stunde. 

Dazu gibt es diverses Kleinzubehör zur Befestigung von Licht und Mikrofon. 

Bei Fragen rund um das Thema Zubehör und welche Teile sich wie kombinieren lassen, berate ich gerne. Einfach das Kontaktformular ausfüllen und ich melde mich.

Los geht's

Der OSMO ist ruck-zuck Einsatzbereit. Der Handgimbal wird in einer schicken kleinen Tasche geliefert. Um ihn startklar zu machen, muss nur der Haltebügel fürs Handy ausgeklappt und ein Smartphone eingesetzt werden. Nun noch die Arretierung des Gimbals lösen. Dazu wird der kleine Sicherungshebel nach oben geschoben und die Kamera aus der Arretierung gelöst. Nun Einschalten und los geht's – die Kamera richtet sich blitzschnell nach vorne aus. Nun ins WLAN-Menüs des Handys gehen und den OSMO auswählen. Mit dem Kennwort 12341234 wird die Verbindung aufgebaut. Zum Schluss die DJI Go-App öffenen und den OSMO wählen. Schon erscheint das Bild auf dem Bildschirm des Smartphones.

Der OSMO fühlt sich hochwertig und gut verarbeitet an. Der Halter ist aus solidem Aluminum. Auf der Rückseite des Handgriffs befinden sich zwei Tasten und ein Vierwegeschalter. Mit dem wird die Ausrichtung der Kamera gesteuert: Eine Videoaufnahme startet man, indem man den Knopf mit dem roten Punkt drückt, mit einem weiteren Druck darauf wird sie gestoppt. Ein Druck auf die große schwarze Taste und der OSMO macht ein Foto. Auf der Vorderseite gibt es einen weiteren Schalter, Drückt man den zweimal, richtet sich die Kamera nach vorne aus, quasi in die Ausgangsposition. Drückt man die Taste dreimal, dreht sich die Kamera in die Selfi-Position. 

Zusätzlich gibt es zwei LEDs bei den Tasten. Die rechte leuchtet grün, wenn die Kamera eingeschaltet ist und blinkt grün, wenn die Kamera im Standby-Modus ist, Der wird aktiviert, indem der Einschalter einmal kurz betätigt wird. Die linke LED leuchtet kurz grün, wenn ein Foto gemacht wird und rot, während einer Videoaufnahme. An der Vorderseite gibt es noch eine Buchse, an die ein externes Mikrofon angeschlossen werden kann. 

DJI GO-App

Die Einstellmöglichkeiten in der DJI GO-App sind weniger umfangreich, als beim Inspire 1 oder Phantom 3. Immerhin fallen die gesamte Datenübertragung und die copter-spezifischen Einstellungen weg. Es bleiben also nut die verschiedenen Foto- und Video-Einstellungen, sowie die für den Gimbal. Die findet man nach einem Druck auf das kleine Zahnrad unten rechts: Camera, Gimbal und General sind die drei Menüpunkte, die nun erscheinen. 

Der Menüpunkt "Canera" ist unterteilt in Video, Photos und Genral. Wichtigster Punkt hier sind die Videoeinstellungen. Hier kann zwischen den Auflösungen 4k (3840 x 2160 und 4096 x 2160 mit 25 oder 24 fps), 2,7k (2704 x 1520 mit 25 oder 24 fps), Full-HD (1920 x 1080 mit 50, 48, 25 oder 24 fps) und HD (1280 x 720 mit 48, 25 oder 30 fps) gewählt werden. Zusätzlich kann in der Auflösung Full-HD eine Bildwiederholrate von 120 fps gewählt werden. Schaltet mna beim Menüpunkt "Video Standard" auf NTSC, so stehen die entsprechenden Bildwiederhoralten zur Verfügung: statt 50fps dann 60fps und statt 25fps dann 30fps.

Achtung: Die Zeitlupenfunktion verändert den Bildausschnitt. Es werden nicht mehr die vollen 12 Megapixel ausgelesen, sondern nur die Fläche von 1920 x 1080 Bildpunkten in der Mitte des Sensors.

Bei Videoformat kann zwischen MOV und MP4 gewählt werden. Einen Qualitätsunterschied gibt es dabei nicht, sondern nur die "Verpackung" der Datei ändert sich. Als generelle Empfehlung kann man sagen, wer mit einem Mac und OS.X arbeitet, sollte das Format MOV wählen, wer mit einem Windows-Rechner arbeitet, sollte das MP4-Format wählen. Mein Tipp: Unbedingt vor größeren Aufnahmen ausprobieren, welches Format sich auf seinem Compuer oder Fernseher besser verarbeiten lässt. Nichts ist ärgerlicher, als ein langes Urlaubsvideo im falschen Format zu drehen und das dann zu Hause nach dem Urlaub festzustellen.

Möchte man den Ton mit aufnehmen, muss "Record Audio" eingeschaltet werden. Allerdings ist die Tonqualität des eingebauten Mikrofons nicht gerade überwältigend, zudem stört das recht laute Lüftergeräusch. Wer guten Ton haben will, muss ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Beim nächsten Punkt kann zwischen den TV-Formaten PAL und NTSC gewählt werden. Üblicherweise sollte man hier PAL wählen. Der Punkt "Video Caption" legt fest, ob Videoaufnahmen nur auf der Micro-SD-Karte in der Kamera gespeichert werden sollen oder auch im Handy – da allerdings nur in HD-Auflösung 1280 x 720.

Nun zu den Foto-Einstellungen. Als erstes kann das Seitenverhältnis gewählt werden: 16 : 9 oder 4 : 3. Möchte man die Fotos später nur auf einem TV-Bildschirm anschauen, sollte man das 16 : 9-Format wählen, denn dann werden die Fotos formatfüllend angezeigt. Ist das 4 : 3-Format gewählt erscheinen entweder links und rechts schwarze Balken, das Bild wird nur unvollständig angezeigt oder es muss beschnitten werden. Hier sollte man sich also vor der Aufnahme überlegen, was man mit den Fotos machen möchte.

Wie auch schon beim Inspire 1 und Phantom 3 lässt sich wählen, ob die Fotos nur im JPEG-Format, nur im RAW-Format oder beiden Formaten gespeichert werden sollen. Ist das RAW-Format oder die Kombination gewählt, sollte eine schnelle Micro-SD-Karte verwendet werden mit einer Datenrate von mindesten 45 Mbit/s, ansonsten dauert das Speichern der Fotos recht lange. Unter dem Punkt Timelapse Format" wird festgelegt, ob bei einer Zeitrafferaufnahme nur ein Video erstellt werden soll oder zusätzlich auch die Einzelbilder im JPEG-Format gespeichert werden sollen.

Unter General folgen nun Einstellungen, die sowohl Video als auch Foto betreffen. 

Wer die App vom Inspire 1 oder Phantom 3 kennt, wird sich hier schnell zurecht finden.

Fazit

Der OSMO lässt sich flexibel einsetzen. Für fast alle Anwendungen gibt es entsprechendes Zubehör. Das Bild ist extrem stabil und wird perfekt stabilisiert. Die Qualität ist sehr gut, eine Verbesserung bringt demnächst dann noch die X5, die zusätzlich mit verschiedenen Objektiven genutzt werden kann. Wer seine Luftaufnahmen mit Bodenaufnahmen ergänzen möchte, bekommt mit dem OSMO einen im Vergleich zu anderen Systemen günstigen Handgimbal mit einer guten Kamera. Einziger Kritikpunkt: Eine längere Akkulaufzeit oder ein externer Stromanschluss fehlen noch.

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